„Jetzt einfacher denn je.“ Die Anleitung wächst auf 84 Seiten.
Werbewitze und freche Parodien bekannter Slogans
Bekannte Markennamen klingen vertraut – bis ein Reim ihnen eine völlig neue, meist ziemlich derbe Bedeutung gibt. Diese kleine Sammlung enthält Werbewitze und parodierte Slogans, die Reklamesprache bewusst auf den Kopf stellen. Für Abwechslung sorgen Einzeiler, Werbesprüche und kurze Dialoge. So eignet sich die Seite für einen kurzen Abstecher ebenso wie für längeres Stöbern. Mal sitzt die Pointe sofort, mal entwickelt sie sich erst mit der letzten Antwort. Mehr über Werbewitze
Werbung: „Du brauchst das.“ Ich: „Bis eben ging es erstaunlich gut.“
„Premium“ ist das Wort, mit dem normale Dinge plötzlich eine schönere Schriftart bekommen.
„Nur solange der Vorrat reicht.“ Der Vorrat kennt offenbar meinen Bestellzeitpunkt.
„Kunden lieben es.“ – „Welche?“ – „Die in der Anzeige lächeln sehr überzeugend.“
Werbung: „Natürlich lecker.“ Als hätte das Produkt vorher juristisch argumentiert.
„Gratis Versand ab 100 Euro.“ Mein Warenkorb wird plötzlich strategisch beraten.
„Unverbindliche Preisempfehlung“ klingt wie ein Preis, der selbst nicht an sich glaubt.
Werbung: „In nur drei Schritten.“ Schritt eins: 27 Seiten Bedingungen lesen.
„Testsieger.“ – „Welcher Test?“ – „Der mit unserem Logo oben.“
Der Spot sagt: „Sie haben es verdient.“ Mein Konto verlangt eine zweite Meinung.
Werbung verspricht „ein völlig neues Erlebnis“. Die Verpackung lässt sich immer noch nicht öffnen.
„Nur heute 20 Prozent!“ – sagt das Schild seit Dienstag.
Werbung: „Jetzt neu!“ Kunde: „Was war vorher?“ – „Günstiger.“
„Was ist das Schwierigste an Produkt?“ – „So zu tun, als wäre Versprechen völlig normal.“
„Ist Produkt wichtig?“ fragt Werbung. „Nur wenn Versprechen fehlt.“ – „Dann ist es sehr wichtig.“
„Jetzt gratis testen.“ Das Kleingedruckte testet anschließend mein Gedächtnis für Kündigungsfristen.
Der Werbespot sagt „limitiert“. Mein Konto findet die Limitierung ausgezeichnet.
Produkt: „Unverzichtbar.“ Mein Schrank: „Wir haben schon drei davon.“
„Von Experten empfohlen.“ – „Welche?“ – „Die, die im Kleingedruckten wohnen.“
Werbung verspricht „revolutionär“. Die Bedienungsanleitung sagt: „Wie bisher, nur anders.“
„Nur heute 50 Prozent!“ – „Wovon?“ – „Vom Preis, den wir gestern erhöht haben.“
Werbung: „Jetzt noch besser!“ Kunde: „Was war vorher falsch?“ Werbung: „Das war nicht Teil der Botschaft.“
Ein Fitnessgerät verspricht „Ergebnisse in 14 Tagen“. Der Karton steht seit drei Monaten ungeöffnet da und schweigt höflich.
„Jetzt bestellen und sparen!“ – „Was spare ich?“ – „Den Weg in den Laden.“
Werbung: „Du bist es dir wert.“ Konto: „Ich hätte gern Mitspracherecht.“
„Klinisch getestet.“ – „An wem?“ – „An der Formulierung.“
Ein Produkt heißt „Premium“. Der Verkäufer: „Das erkennen Sie am Preis.“
„Unverbindliche Preisempfehlung.“ Mein Geldbeutel: „Ich fühle mich sehr verbunden.“
Werbung: „Von Experten empfohlen.“ Kunde: „Welche Experten?“ – „Die in der Werbung.“
„Limitierte Edition.“ – „Wie limitiert?“ – „Bis wir die nächste Farbe drucken.“
Ein Staubsauger wird als „revolutionär“ beworben. Der Kunde: „Dreht er sich im Kreis?“
„99 Prozent zufrieden.“ – „Und das eine Prozent?“ – „Schreibt Bewertungen.“
Werbung: „Für ein neues Lebensgefühl.“ Kunde: „Ich wollte eigentlich nur Zahnpasta.“
„Jetzt neu!“ steht auf dem gleichen Produkt mit anderem Deckel.
Ein Shampoo verspricht „sichtbar mehr Volumen“. Mein Konto nach dem Kauf: sichtbar weniger.
„50 Prozent mehr Inhalt!“ – „Im Produkt?“ – „Im Text auf der Packung.“
Werbung: „Dermatologisch getestet.“ Kunde: „Bestanden?“ – „Getestet.“
„Warum lachen in Werbung alle beim Putzen?“ – „Die Kamera ist an.“
Ein Kunde sagt: „Die Werbung versprach Glück.“ Verkäufer: „Batterien dafür separat erhältlich.“
„Nur solange der Vorrat reicht.“ – „Wie groß ist der Vorrat?“ – „Groß genug für nächste Woche.“
Werbeslogan: „Jetzt noch besser!“ Kunde: „Was war vorher los?“
„Warum kostet das Produkt 19,99?“ – „Damit die 20 Euro emotional nicht so allein wirken.“
Werbung: „Nur heute!“ Kunde: „Das stand gestern auch da.“ – „Heute ist ein neuer Tag.“
Unser Drucker: Jetzt mit noch realistischerem Papierstau-Erlebnis.
Die neue Matratze: Schlaf wie ein Baby – wach alle zwei Stunden auf und verlange etwas.
Unser Navi findet jeden Weg – außer den, den du spontan ignorierst.
Das neue Shampoo: Für Haare, die genauso tun sollen, als wäre heute alles geplant.
Unser Staubsauger entfernt 99 Prozent des Schmutzes. Das letzte Prozent kennt seine Rechte.
Die neue Fitness-App: Sie zählt jetzt auch die Schritte zum Kühlschrank als Kundenbindung.
Wenn aus Reklame eine freche Persiflage wird
Werbewitze nutzen die Wiedererkennbarkeit einer Marke oder eines bekannten Slogans. Ein Produktname wird zum Reimwort und führt zu einer Pointe, die mit der echten Werbung nichts zu tun hat. Dadurch entsteht der Witz schon aus dem Gegensatz zwischen sauberem Markenbild und deftiger Umdeutung.
Viele vorhandene Texte sind gereimt und eindeutig anzüglich. Die Kategorie eignet sich deshalb eher für Erwachsene und bildet den Stil älterer Spaßwerbung ab. Sie enthält keine echten Produktempfehlungen und steht in keiner Verbindung zu den genannten Unternehmen.
Große Versprechen in sehr kleinen Sätzen
Werbewitze nehmen die Sprache von Slogans, Sonderangeboten und angeblich unverzichtbaren Produkten auseinander. Eine vollmundige Behauptung wird wörtlich genommen, das Kleingedruckte widerspricht der Überschrift oder ein alltäglicher Gegenstand erhält eine maßlos übertriebene Beschreibung. Weil echte Reklame Aufmerksamkeit in Sekunden gewinnen will, passt sie besonders gut zu kurzen Parodien und schlagfertigen Umdeutungen.
Kurze Slogans und andere plakative Formen
Manche Pointen erinnern an bekannte Kampagnen, andere erfinden Marken und Produkte, um keine konkrete Vorlage zu benötigen. Verkaufsgespräch, Plakat, Fernsehspot und Onlineanzeige bieten jeweils einen anderen Ton. Auch Influencer-Sprache und personalisierte Werbung können den alten Gegensatz zwischen Versprechen und Wirklichkeit neu erzählen. T-Shirt-Sprüche sind ähnlich plakativ, Bauernregeln ähnlich rhythmisch; Werbewitze bleiben jedoch bei Konsum, Übertreibung und der Kunst, selbst den größten Unsinn möglichst überzeugend anzupreisen.
Besonders komisch sind Produkte, die ein Problem erst erfinden, um anschließend die passende Lösung zu verkaufen. Der Werbeton behandelt eine gewöhnliche Kleinigkeit wie eine dramatische Krise und verspricht danach mühelose Perfektion. Diese Dramaturgie lässt sich leicht überziehen, ohne eine reale Marke zu nennen. Das Publikum erkennt die vertraute Sprache und wartet nur darauf, an welcher Stelle das große Versprechen zusammenfällt.
Allgemeine kurze Statements findest du bei den T-Shirt-Sprüchen. Für noch mehr gereimte, derbe Texte eignen sich die lustigen Bauernregeln. Werbewitze bleiben auf Markenklang, Slogan und Reklameparodie konzentriert.